Sinnesübungen

 

Übungen für die Augen

Lassen Sie den Rhythmus des Atems mitschwingen mit diesen einfachsten Übungen, die wir oft unbewusst und ganz automatisch machen:

  • mehrmals blinzeln und dazwischen Pause,
  • den Blick in die Ferne schweifen und wieder zurückschwingen,
  • den Blick wechselnd auf Gegenstände in unterschiedlichen Entfernungen richten,
  • mit den Fingerkuppen sanft rund um die Augen klöpfeln, 
  • die Augen sanft in verschiedene Richtungen drehen und wieder in die Mitte zurückschwingen,
  • die Augen schließen und tief und langsam ein- und ausatmen.

 

Palmieren

Die Bezeichnung Palmieren leitet sich ab von dem englischen Wort „palm“ für Handfläche. Ich forme meine Hände zu einer gewölbten Schale. Dann setze ich die Handballen am Knochen unter dem Auge an und lege die Hände wie eine Muschel über meine Augen. 

Die Finger liegen auf der Stirn. Die Augen bleiben frei unter dieser Schale meiner Hände. 

Ich kann die Augen ungehindert öffnen oder schließen. Wenn ich die Augen unter meinen Händen öffne, sollte es vollkommen dunkel sein. Das braucht manchmal etwas Übung. 

Ich kann die Augen offen oder geschlossen halten, wie es mir angenehmer ist. Der Mund bleibt leicht geöffnet, damit der Kiefer ganz locker hängt. Damit die Arme nicht müde werden beim Palmieren, stütze ich die Ellbogen auf meine Knie oder auf einen Tisch. Ich atme ruhig ein und aus. 

Wichtig ist das richtige Beenden des Palmierens: Ich schließe die Augen unter meinen Handflächen und löse die Hände ganz, ganz langsam von den Augen, so dass sich die Augen wieder langsam an das Licht und die Helligkeit gewöhnen können. Erst dann blinzle ich und öffne die Augen wieder. 

Palmieren ist eine wunderbare Entspannung für die Augen. Ich kann es zwischendurch während der Arbeit machen, nur eine Minute lang, oder auch länger: 5 Minuten, zehn Minuten oder auch eine halbe Stunde. Auch während einer Reihe von verschiedenen Augentrainingsübungen ist das Palmieren zwischendurch und abschließend immer zu empfehlen.

Palmieren ist die ideale Übung bei überbeanspruchten, übermüdeten Augen, gegen Stress, entspannt und regeneriert. Der Schutz der Dunkelheit und die Wärme der Hände geben den Augen, dem Menschen und seiner Psyche Schutz und Geborgenheit. Es stärkt die innere Sicherheit und Ich-Kraft, gibt neuen Raum, um mit gestärkter Stabilität neu in die Welt hinaus zu blicken. Viele Menschen bestätigen, dass sie nachher wieder klarer und frischer in die Welt blicken, körperlich und seelisch erholt.

 

palmieren

 

Übung für die Ohren

Oft machen wir es ganz automatisch: einfach am Ohrläppchen reiben oder ziehen. 

Mit dem Atem wirkt es intensiver:

 

Ohren ziehen

Ich beginne an einem Ohr, nehme den oberen Ansatz des Ohres zwischen zwei Finger, ziehe nach oben und lasse wieder locker. Der Ein- und Ausatem folgen der Bewegung. 

Das gleiche ein Fingerbreit weiter unten und so weiter rund um das ganze Ohr, meine Finger ziehen wie aus dem Zentrum des Ohres nach oben, hinten, außen, unten. Im Nachspüren vergleiche ich das eine Ohr mit dem anderen. Fühlt es sich grösser an, wärmer? Ich lausche nach außen und nach innen, was nehme ich wahr? 

Anschließend das gleiche mit dem anderen Ohr.

Zuletzt das gleiche an beiden Ohren gleichzeitig. Dabei richte ich meine Aufmerksamkeit auf die Verbindung im Inneren von einem Ohr zum anderen. 

 

ohren-ziehen

 

Übung für das Riechen

Riechen verschiedener Blumen, Parfüm, Obst, Gemüse, Mahlzeiten, Abfall, Müll, verschiedener Gegenstände, Bücher, Kleider, eigene und fremde Körpergerüche, ….

Dabei beobachte ich nicht nur die Reaktion meines Atems sondern auch welche Empfindungen ich wahrnehme, welche Gefühle oder Bewertungen auftauchen.

 

Übung für das Schmecken

Ich bereite Lebensmittel mit verschiedenen Geschmacksrichtungen zur Verkostung vor: sauer, scharf, salzig, bitter, süß. Eventuell auch etwas Brot, um die Geschmacksnerven zwischendurch zu neutralisieren. 

Wie ist die erste Reaktion meines Atems? Ändert sich etwas während des Kauens (kaue ich auch gut genug, bis alles fein und bereit ist zum Schlucken?), welche Empfindungen, Gefühle oder Stimmungen tauchen auf?

 

Übung für das Tasten/Fühlen

Wenn ich über meinen Körper streiche, wie fühle ich meine Grenze, eine Trennung von innen und außen? Erlebe ich verschiedene Körperstellen unterschiedlich? Wie reagiert mein Atem? Welche Empfindungen und Gefühle oder Bewertungen tauchen auf?

Wenn ich über einen anderen Körper streiche – verschiedene Mitmenschen, Tiere, Gegenstände mit unterschiedlichen Oberflächen – wie erlebe ich die Berührung, wie reagiert mein Atem, welche Empfindungen, Gefühle oder Bewertungen tauchen auf?