Berichte Atemstunde Borowsky

von drei TeilnehmerInnen

 

„Oh du fröhliche, oh du selige Weihnachtszeit“ von Andreas Radon

Es ist Montag, der 17. 12. 2012, 18 Uhr. 20 KollegInnen treffen in der „Krähe“ zusammen, um ein „Weihnachtsgeschenk“ entgegen zu nehmen. Johanna Pachler ist es gelungen, Dagmar Borowsky für einen Kurzworkshop zu gewinnen. „Vokalraumarbeit mit Haiku“ ist der Titel. Das hat mich angezogen. Dagmar Borowsky ist Atempädagogin, lernte und wirkte am Middendorf Institut in Berlin und hält gerne Workshops in Städten ab, in denen sie auf Besuch ist, wie sie uns sagt. Eine zierliche Frau, die sich trotz geringem Sehvermögen sicher im Raum bewegt, begrüßt uns.

„Ich sehe nicht mit den Augen, sondern mit dem Atem“, sagt sie und führt uns zu unseren Füßen, um uns zu erden. Wir machen uns die Klangräume des Körpers zugänglich, um dann Konsonanten und Vokale in uns und dann auch nach außen schwingen zu lassen. Meine Körperräume und -wände werden spürbar und weiten sich. Ich lasse mich von den Tönen bewegen, meine Kehle öffnet sich mit dem Tönen des „R“. Nachdem auch der Kopf mit dem Tönen eines „I“ frei geworden ist, ist im ganzen Raum lustvolles Tönen hör- und spürbar. Der Höhepunkt ist erreicht, wir tönen „O-Eros-A“, lassen dann mit „A“ ausklingen. Im ganzen Raum schwingt Lebensfreude. Die eineinhalb Stunden werden zu kurz, es muss noch weiter gehen! Mit dem Haiku: „Ein heller Wintermorgen. / Die Holzkohle ist guter Laune, / knackt und sprüht.“ begegnen wir einander. Es ist wie ein Ballabend an dem einander Menschen in Champagnerlaune im Tanz begegnen. Der Ball klingt aus, ich bringe Dagmar zu ihrem Taxi. Ich gehe zur Straßenbahn, bin beschwingt, denke und fühle, es war wunderbar. Einen herzlichen Dank an Johanna, dass sie Frau Borowsky eingeladen hat!

 

Impressionen vom Atemabend mit Dagmar Borowsky von Waltraud Aigner

In dieser sehr dichten Arbeitswoche vor Weihnachten gleich zu Wochenbeginn ein Abendtermin für mich, wie wunderbar, das ist ein guter Anfang! Am Tag selbst dachte ich, es ist mir zu viel und ich würde am liebsten früh nach Hause fahren. Aber dann: Einfinden unter vielen KollegInnen, in der Runde gemeinsam innehalten, das hat sehr gut getan. Selber wieder einer Anleitung folgen, die kurz und präzise ist, aber große Wirkung hat. Die Stimmarbeit, das Ausprobieren der Konsonanten und Vokale war sehr spielerisch und ist immer wieder neu und spannend. Zuerst fand ich es ein wenig mühsam nach vielen Einzelstunden selber wieder auf dem Hocker Platz zu nehmen. Auch mein Rücken meldete sich und ich wollte lieber liegen. Nie hätte ich gedacht, dass ich an diesem Abend noch einmal munter werde, aber so war es. Dagmar machte es uns leicht durch einfache, klare Anleitung sich einzulassen, im Atem, mit der Stimme. Hellwach, leicht und gut gelaunt bin ich in den Abend gegangen, danke schön!

 

Atemstunde mit Dagmar Borowsky – persönliche Eindrücke von Nika Zach

Sehr gut hat mir die Stunde mit Frau Borowsky gefallen! Ihre schlichte und sehr einfühlsame Art die Übungen anzuleiten hat mich wirklich dazu eingeladen, alles so zu tun, als wäre es das erste Mal. Ich finde das herausfordernd, wenn man im Arbeitsalltag viel anleitet und eben auch selber tut. Durch ihr persönliches „Zurücknehmen“ entstand bei mir viel Raum und Lebendigkeit. Es war schön zu beobachten, mit welcher Leichtigkeit sie auch das "schweigende Tönen" einfließen lässt. Das Arbeiten mit dem Haiku, war eine logische Schlussfolgerung aus der Stunde. Ich empfand die ganze Stunde als sehr organisch. Vielen Dank, liebe Johanna, dass du Frau Borowsky eingeladen hast!